Anbau der Erdbeere
Erdbeeren im Garten
Hobbygärtner, die Früchte ohne viel Arbeit ernten möchten, werden an der Erdbeerkultur nicht viel Freude haben. Wer sich hingegen gern "kümmert" und viel Freude an der Gartenarbeit hat, der wird am Anbau von Erdbeeren seinen Spaß haben. Wir geben hier einen kleinen Einblick in die Erdbeerkultur, der auf den Veröffentlichungen von John Seymour basiert. Übrigens: Unter Kennern gilt der Selbstversorger John Seymour als "Gartengott", der ein unendliches gärtnerisches Wissen besitzt und dieses ohne erhobenen Zeigefinger und Dogmen als vergnüglichen Lesestoff anbietet.
Boden und Klima
Erdbeeren sind von Haus aus Waldpflanzen, was man bei der Wahl des Standortes und bei der Pflege berücksichtigen sollte. Sie vertragen wohl auch einen schattigen Standort, mehr Früchte gibt es aber in Sonnenlagen. Die Pflanzen benötigen sehr viel Humus. Verständlich, wenn man weiß, dass die Wildform in fast reiner Lauberde wächst. Grundsätzlich sind leichte Böden besser als Tonböden, aber bei ausreichender Humuszufuhr und guter Entwässerung wachsen Erdbeeren nahezu überall. Die Pflanzen brauchen viel Kali, so dass Holzasche auf dem Erdbeerbeet gut aufgehoben ist. Auch Stalldung kann sehr viel Kali enthalten. Erdbeeren gehören in die so genannte gemäßigte Klimazone und sind daher eher für kühles als für heißes Wetter geeignet. Eine Faustregel besagt: Erdbeerpflanzen sollten nach jeweils drei Jahren in völlig neuem Erdreich angesiedelt werden.
Interessant: Erdbeeren sind "wandernde" Pflanzen, wobei sie natürlich nicht mit Stiefeln und Stock bewaffnet den Garten verlassen. Die Pflanzen sind zwar ausdauernd, haben aber kein tiefgreifendes Wurzelsystem. Deshalb entziehen sie dem Boden an ihrem Standort in ein oder zwei Jahren alle Nährstoffe. Um den verbrauchten Platz zu verlassen, senden sie auf der Suche nach neuen Nährböden Ausläufer aus, die sich über den Boden winden und schlängeln.

Anzucht
Gute Züchter bieten virusfreie und gesunde Erdbeerpflanzen an, die man eigentlich zu jeder frostfreien Jahreszeit einsetzen kann. Traditionelle Pflanzzeit ist jedoch der Spätsommer. Der Grund: Dann kann man bereits im Folgejahr mit gutem Erfolg ernten. In trockenen Lagen empfiehlt es sich, im zeitigen Frühjahr zu pflanzen.
Ein Pflanzabstand von 25 - 30 Zentimetern und ein Reihenabstand von 60 - 80 Zentimetern sind optimal. Es gilt, die Wurzeln tief und weit ausgebreitet einzusetzen, aber so, dass die Wurzelkrone eben mit der Erde abschließt. Nicht vergessen: Neupflanzungen stets gut angießen.
Pflege
Unkraut ist die größte Last der Hobbygärnter. Es macht sich gern auch auf Erdbeerbeeten breit und sollte sehr regelmäßig entfernt werden - solange es geht, mit der Hacke, später dann von Hand. Es hat sich bewährt, nach dem Frühjahr Stroh unter den Erdbeerpflanzen auszulegen. Das behindert zum einen das Unkraut im Wachstum, zum anderen bleiben die Früchte sauber und gesund.
Übrigens: Auch Schnecken und Vögel mögen Erdbeeren. Man kann die Kultur durch das Aufstellen von Netzen schützen.
Ernte
Erdbeeren sollten immer mit den Stielen gepflückt werden, denn sobald diese entfernt sind, verliert die Frucht an Vitaminen und anderen Nährstoffen. Man kann Erdbeeren einige Stunden schattig aufbewahren oder für ein, zwei Tage im Kühlschrank lagern. Aber am besten genießt oder verarbeitet man sie recht schnell nach der Ernte.
Ist das Beet abgeerntet, bleibt noch, das Stroh zu entfernen sowie den Boden von totem Laub, überflüssigen Ausläufern und Unkraut zu befreien.